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Artikel: FI/LS-Schalter erklärt: B16, 1-polig oder 2-polig

FI/LS-Schalter erklärt: B16, 1-polig oder 2-polig

Was ein FI/LS-Schalter kombiniert

Ein FI/LS-Schalter verbindet zwei Schutzfunktionen in einem Gerät: Der Fehlerstromschutz erkennt eine Differenz zwischen den Strömen der aktiven Leiter, der Leitungsschutz reagiert auf Überlast und Kurzschluss. Beide Funktionen haben eigene Bemessungsdaten. Ein FI/LS ist deshalb kein „stärkerer FI“ und kein Ersatz für die Prüfung der Leitung.

Die Auswahl richtet sich nach Netzsystem, Leiterzahl, Bemessungsstrom, Auslösecharakteristik, Fehlerstromtyp, Ausschaltvermögen und Herstellerfreigaben. FI-Schalter erklärt

FI/LS B16 30 mA: nicht automatisch der Standard

Die Kombination B16 30 mA ist ein häufig angebotenes Gerät für einen bestimmten einphasigen Stromkreis. B beschreibt die Auslösecharakteristik des Leitungsschutzes, 16 A den Bemessungsstrom und 30 mA den Bemessungsdifferenzstrom. Diese Kennwerte passen nur, wenn Leitung, Verlegeart, Abschaltbedingungen und angeschlossene Last dazu passen.

Bei Motoren, hohen Einschaltströmen, Umrichtern oder besonderen Geräten kann eine andere Charakteristik oder ein anderer FI-Typ erforderlich sein. B16 ist daher ein konkreter Auswahlfall und kein allgemeiner Anwendungsstandard.

1P+N, 2-polig und 4-polig: Unterschiede

„1P+N“ beschreibt bei einem Gerät einen geschützten Außenleiter und einen mitgeführten Neutralleiter; daraus darf nicht pauschal „zwei geschützte Pole“ werden. Die Ausführung 2-polig oder 4-polig bezeichnet die Gerätebauart, aber die tatsächliche Schutz- und Schaltfunktion ergibt sich aus dem Datenblatt. Bei Drehstromkreisen werden mehrere Außenleiter und gegebenenfalls der Neutralleiter gemeinsam betrachtet.

Die Polzahl ist außerdem nicht die Zahl der Anschlussklemmen. Klemmen können Eingänge und Ausgänge bilden. Für die Zuordnung gilt das Schaltbild des Herstellers, nicht die Produktüberschrift allein.

FI/LS oder getrennter FI mit LS

Ein FI/LS grenzt einen Fehler auf den angeschlossenen Stromkreis ein und spart Verdrahtungswege, benötigt aber je Kreis ein eigenes Gerät. Ein gemeinsamer FI mit mehreren Leitungsschutzschaltern kann platzsparend sein, schaltet bei einem Fehler jedoch mehrere Kreise ab. Selektivität, N-Organisation und Prüfbarkeit gehören in die Planung.

Die Reserve im Verteiler wird mitgerechnet. Auslösecharakteristik B, C oder D zeigt, warum die Charakteristik des Leitungsschutzes separat bewertet werden muss.

FI/LS Typ B für Wallbox und Umrichter

Wallboxen, Photovoltaik-Wechselrichter und andere Geräte mit Gleichstromanteilen können Anforderungen an den RCD-Typ stellen. Typ B ist kein allgemeiner „besserer“ Typ; er wird eingesetzt, wenn die Anlage und die Herstellerangabe ihn verlangen. Manche Geräte enthalten eine eigene Gleichfehlerstromerkennung. Das konkrete Lade- oder Umrichterhandbuch entscheidet.

Anschluss, Phasenschiene und Auswahl

Eine Phasenschiene darf nur verwendet werden, wenn Bauform, Polzahl, Klemmenlage und Herstellerfreigabe zusammenpassen. Vor dem Anschluss wird die Anlage freigeschaltet und gemessen. Die Einspeiserichtung ist nicht aus der Farbe oder der Einbaulage abzuleiten. FI/LS-Schalter und die Leitungsschutzschalter enthalten die relevanten Gerätegruppen.

Bei der Dokumentation wird der FI/LS mit Hersteller, Typ, Bemessungsdaten, Polzahl und zugeordnetem Stromkreis erfasst. Das ist besonders wichtig, wenn im selben Verteiler einphasige und dreiphasige Geräte nebeneinander sitzen. Eine Phasenschiene wird nur eingesetzt, wenn die Klemmengeometrie, der Querschnitt und die Isolationsanforderungen des Herstellers dazu passen.

Die Auswahl endet nicht beim Aufdruck B16. Die Leitung muss zur Absicherung passen, und die Abschaltbedingungen müssen am Ende der Leitung erreicht werden. Bei selektiven Anlagen wird außerdem geprüft, ob ein vorgelagertes Schutzgerät ungewollt gemeinsam auslöst. Die Prüfung umfasst daher Gerät, Stromkreis und Verteilung als Einheit.

Für die Beschriftung werden RCD-Typ, Bemessungsdifferenzstrom und Leitungsschutzcharakteristik getrennt notiert. Ein Typ-F- oder Typ-B-Gerät wird nicht durch die Angabe B16 beschrieben. Ebenso sagt ein 1P+N-Aufdruck allein nichts über die Zulässigkeit einer Phasenschiene im konkreten Verteiler. Diese Details gehören in die Auswahl- und Prüfunterlagen.

Bei der Inbetriebnahme wird der betroffene Stromkreis unter realer Last geprüft. Die Prüftaste zeigt die interne Auslösung, während Messungen die Schutzmaßnahme und Abschaltbedingung beurteilen. Ein FI/LS, der mechanisch in eine Reihe passt, ist deshalb erst nach Datenblattvergleich, Verdrahtungsprüfung und Messung als passende Lösung bewertet.

Bei der Auswahl für eine einzelne Steckdosen- oder Lichtgruppe wird außerdem geprüft, ob der Neutralleiter gemeinsam mit den aktiven Leitern geführt wird. Bei Geräten mit Elektronik kann der Hersteller einen bestimmten RCD-Typ verlangen. Die Entscheidung wird mit Stromkreis, Last und Herstellerdokumentation begründet und nicht allein mit dem häufigsten Suchbegriff.

Die Auslösecharakteristik des LS und der RCD-Typ werden in der Dokumentation getrennt aufgeführt. Dadurch bleibt bei einer späteren Prüfung sichtbar, welche Eigenschaft geändert werden müsste, wenn sich die angeschlossene Last ändert.

Quellen

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