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Artikel: Überspannungsschutz anschließen: Anschlussprinzip und Pflicht

Überspannungsschutz anschließen: Anschlussprinzip und Pflicht

Wie ein Überspannungsschutz funktioniert

Ein Überspannungsschutzgerät, kurz SPD, begrenzt eine kurzzeitig auftretende Überspannung und leitet die Energie über den vorgesehenen Schutzleiterweg ab. Es ist kein Ersatz für Leitungsschutzschalter, Fehlerstromschutz oder eine funktionierende Erdungsanlage. Die Auswahl beginnt deshalb bei Netzform, Gebäudeeinspeisung, äußerem Blitzschutz und der vorhandenen Vorsicherung.

Typ 1 ist für Blitzstromanteile an der Einspeisung vorgesehen, Typ 2 für die Verteilung und Typ 3 als gerätenahe Ergänzung. Diese Typen bilden eine abgestimmte Schutzkette. Eine Steckdosenleiste mit SPD kann empfindliche Geräte unterstützen, ersetzt aber keinen Schutz im Verteiler. Überspannungsschutz Typ 1, 2 und 3

Anschlussprinzip eines Typ-2-SPD in der Unterverteilung

Beim Typ-2-Gerät in einer Unterverteilung führt der Stromweg vom Außenleiter beziehungsweise den Außenleitern über das SPD zur PE- oder PEN-Schiene. Die Zuordnung der Klemmen, die Vorsicherung und die zulässige Anschlussleitung stehen im Datenblatt des gewählten Ableiters. Der Hersteller kann eine V-Verdrahtung empfehlen, bei der der Betriebsstrom über die Anschlussklemmen des Geräts geführt wird.

Für die Planung werden Anschlussweg, Schutzleiterweg und die Koordination mit vorgeschalteten Geräten gemeinsam betrachtet. Eine pauschale Klemmenfolge für jedes 1P-, 3P- oder 3+1-Gerät wäre falsch. Die Zeichnung des konkreten SPD ist der maßgebliche Schaltplan.

Anschluss im Zählerschrank: Typ 1 und Typ 2

Ein Gebäude mit äußerem Blitzschutz oder einer entsprechenden Gefährdungsbeurteilung kann einen Typ-1-Anteil an der Gebäudeeinspeisung benötigen. Typ 1 und Typ 2 werden je nach Anlagenkonzept in einer kombinierten oder getrennten Lösung eingesetzt. Der Einbauort liegt nicht automatisch im privaten Unterverteiler: Zählerplatz, Hausanschluss und Netzbetreiberbedingungen können die Entscheidung bestimmen.

Im Zählerschrank darf nur nach den Anschlussbedingungen des Netzbetreibers gearbeitet werden. Vor der Auswahl werden Kurzschlussfestigkeit, Vorsicherung, Netzsystem und die vorhandene Haupterdungsschiene dokumentiert. Überspannungsschutz nachrüsten

Pflicht nach DIN VDE 0100-443 und -534

Die DEHN-Unterlage ordnet Überspannungsschutz in die Schutzmaßnahmen elektrischer Niederspannungsanlagen ein. Eine pauschale Aussage wie „jedes alte Haus muss sofort nachrüsten“ greift zu kurz. Die konkrete Verpflichtung hängt von Neuerrichtung, Änderung, Anwendungsfall und der jeweils anzuwendenden Ausgabe der Regeln ab. Eine Fachkraft bewertet den Bestand und die Schnittstelle zum Netzbetreiber.

Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz

Ein gerätenaher Ableiter ist die letzte Stufe einer Schutzkette. Er ist sinnvoll, wenn das Gerät, die Leitung und der vorgelagerte Schutz zusammenpassen. Die Steckdosenleiste wird nach Nennspannung, Ableitvermögen, Schutzleiterkontakt und Herstellerangaben ausgewählt. Eine Leiste ohne wirksamen Schutzleiter oder mit beschädigtem Anschluss darf nicht als Schutzgerät betrachtet werden.

Nachrüsten im Bestand und Produktwahl

Vor einer Nachrüstung werden Platz, Vorsicherung, Erdung, Leitungsweg und die Koordination mit vorhandenen SPDs geprüft. Der Hersteller nennt die zulässigen Anschlussquerschnitte und die maximale Anschlusslänge; eine allgemeine Millimeter- oder Meterangabe gilt nicht für alle Geräte. Überspannungsschutz im Sortiment und die Steckdosenleisten helfen bei der Einordnung vorhandener Lösungen.

Die Veröffentlichung muss zwischen Erklärung und Ausführung trennen: Typ 1+2, Pro-Typ-2 sowie zwei- und vierpolige Geräte sind unterschiedliche Produktkonfigurationen. Welche davon passt, entscheidet die Elektrofachkraft anhand der Anlage und des Datenblatts.

Der Abstand zwischen SPD und zu schützendem Gerät ist Teil der Schutzplanung. Bei langen Leitungen können zusätzliche Schutzstufen oder eine andere Anordnung erforderlich sein. Der DEHN-Leitfaden beschreibt deshalb nicht nur das Gerät, sondern auch die Leitungsführung und die Einbindung in die Erdungsanlage. Für eine Nachrüstung werden vorhandene Leiterlängen fotografisch und im Verteilerplan festgehalten, bevor eine Entscheidung über Typ und Bauform fällt.

Auch der Platzbedarf ist mehr als die Breite des Ableiters. Vorsicherung, Klemmen, Trennstellen und Abdeckung müssen in der Reihe untergebracht werden. Ein vorhandener FI oder eine Phasenschiene darf nicht durch eine mechanisch passende, aber elektrisch unpassende Kombination ersetzt werden. Die Koordination wird mit den Datenblättern aller beteiligten Geräte geprüft.

Bei der Abnahme wird kontrolliert, ob der Ableiter sichtbar, beschriftet und ohne unnötige Schleifen angeschlossen ist. Die Fachkraft dokumentiert Typ, Vorsicherung und Erdungsanschluss. Nach einem starken Ereignis kann die Statusanzeige des SPD eine Prüfung oder einen Austausch verlangen. Eine Steckdosenleiste wird nicht als Ersatz für den Verteilerableiter in die Dokumentation eingetragen.

Für die Produktwahl werden daher nicht nur Typ und Preis notiert, sondern auch Netzsystem, Schutzbereich und Koordination. Die Kaufentscheidung bleibt nachvollziehbar, wenn das Datenblatt mit dem Verteilerplan abgelegt wird. So kann bei einer späteren Änderung erkannt werden, ob ein weiterer Ableiter, eine andere Vorsicherung oder eine Prüfung der Erdungsanlage erforderlich ist.

Quellen

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