
Tischsteckdose einbauen: Bohrung, Dichtung, Anschluss
Eine Tischsteckdose sitzt in der Arbeitsplatte statt an der Wand. Der Einbau ist eine Bohrung — technisch entscheidet er sich an zwei Maßen, die je Modell verschieden sind: dem Bohrungsdurchmesser und der freien Höhe darunter.
Erst unter die Platte schauen
Der Korpus braucht Platz nach unten, und dort sitzen häufig ein Rahmen, eine Traverse oder die Rückwand einer Schublade. Die Bohrung selbst ist in zehn Minuten gemacht — sie an der falschen Stelle zu machen, kostet eine neue Arbeitsplatte. Also erst unter der Platte messen, dann oben anzeichnen.
Stecker oder fester Anschluss
Viele Modelle kommen mit angeschlagener Leitung und Stecker. Dann ist der Einbau Tischlerei, kein Elektroanschluss — die Dose wird eingesetzt und in eine vorhandene Steckdose gesteckt.
Modelle ohne Leitung werden fest angeschlossen. Das ist eine Arbeit an der festen Installation und gehört nach DIN VDE 0105-100 in die Hand einer Elektrofachkraft. Die Bauart der Steckvorrichtung selbst richtet sich nach DIN VDE 0620-1.
Feuchtigkeit ist der eigentliche Gegner
In der Küche steht die Dose neben der Spüle. Zwei Dinge entscheiden, ob das lange gut geht: die Schnittkante der Platte muss versiegelt sein, sonst quillt der Holzwerkstoff auf und der Kragen steht ab. Und der Kragen muss rundum aufliegen — eine Fuge, in der Wasser stehen bleibt, findet ihren Weg nach unten.
Wo tatsächlich mit Spritzwasser zu rechnen ist, gehört eine Ausführung mit entsprechender Schutzart her, nicht eine mit Deckel. Welche das ist, klärt der IP-Schutzart-Finder.
Passendes Material
Versenkbare und aufsetzbare Ausführungen stehen unter Tischsteckdosen.
Schritt für Schritt
Werkzeug: Lochsäge oder Fräse, Zollstock, Schraubendreher
Material: Tischsteckdose, ggf. Anschlussleitung
- Maße prüfen. Bohrungsdurchmesser und benötigte freie Höhe unter der Platte aus dem Datenblatt nehmen.
- Unterbau prüfen. Unter der Bohrung darf kein Rahmen, keine Schublade und keine Traverse im Weg sein.
- Position anzeichnen. Abstand zur Kante so, dass die Platte tragfähig bleibt und der Kragen ganz aufliegt.
- Bohren. Mit Lochsäge oder Fräse ausschneiden, Spanplatte von oben ansägen, damit die Kante nicht ausreißt.
- Schnittkante versiegeln. Bei Holzwerkstoffen die offene Kante versiegeln — sonst quillt sie bei Feuchtigkeit auf.
- Einsetzen. Dose einsetzen, Dichtung oder Kragen sauber auf die Oberfläche legen, von unten festziehen.
- Anschließen. Bei Ausführung mit Stecker: einstecken. Bei fester Ausführung ist der Anschluss Sache der Elektrofachkraft.

