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Artikel: Sicherungskasten verdrahten: Anschlussprinzip und Belegungsplan

Sicherungskasten verdrahten: Anschlussprinzip und Belegungsplan

Sicherungskasten-Aufbau: Reihen, Hutschiene, Klemmen

Eine Unterverteilung besteht aus Gehäuse, Hutschienen, Schutz- und Schaltgeräten, Neutralleiter- und Schutzleiterklemmen sowie der dokumentierten Einführung der Leitungen. Die Reihenfolge wird nicht nach Optik gewählt. Zuerst werden Stromkreise, Netzsystem, Kurzschlussbedingungen und die benötigte Teilungseinheit erfasst. Verteiler dimensionieren

Außenleiter, Neutralleiter und Schutzleiter werden in der Planung eindeutig zugeordnet. Eine N-Schiene hinter einem FI gehört ausschließlich zu dessen Gruppe. Klemmen werden nach Leiterart, Querschnitt und Herstellerfreigabe ausgewählt; eine freie Klemme ist kein Beleg für eine zulässige Verbindung.

Funktionsprinzip einer Unterverteilung mit FI

Im vereinfachten Schema kommt die Einspeisung über Hauptschalt- und Schutzgeräte zu den einzelnen Stromkreisen. Der Fehlerstromschutz überwacht die aktiven Leiter seines Bereichs, der Schutzleiter bleibt außerhalb des Messpfads. Danach folgen Leitungsschutzschalter und die abgehenden Leitungen. Ein realer Plan ergänzt Netzform, Querschnitte, Vorsicherungen, Klemmen und Messpunkte.

Bei mehreren FI-Gruppen müssen Neutralleiter und Phasenschienen passend getrennt werden. Ein universeller Schaltplan mit „oben immer Einspeisung“ wäre falsch; die Geräteanleitung entscheidet. Kabelquerschnitt berechnen

Verdrahtungsreihenfolge und Querschnitte

Die Fachkraft klärt zuerst die Einspeisung und die Schutzmaßnahme, montiert dann Gehäuse und Geräte, führt Leitungen zugentlastet ein und erstellt die Klemmenzuordnung. Erst danach werden die Verbindungen hergestellt und geprüft. Querschnitte werden aus Strombelastbarkeit, Verlegeart, Häufung, Temperatur, Spannungsfall und Schutzorgan bestimmt. Eine pauschale „Sicherungskastenleitung“ gibt es nicht.

Für Kabel- und Leitungsfragen ist Sicherungskästen der passende Nachbarartikel. Klemmen bleiben zugänglich und werden so beschriftet, dass eine spätere Messung jeden Stromkreis eindeutig erreicht.

Sicherungsautomat anschließen

Ein Leitungsschutzschalter wird nach Polzahl, Bemessungsstrom, Charakteristik und Ausschaltvermögen ausgewählt. Die Klemme, die Einspeiserichtung und die zulässige Phasenschiene kommen aus dem Datenblatt. Außenleiter werden nicht anhand einer vermeintlich freien Farbe aufgelegt; die Zuordnung wird gemessen und dokumentiert.

Belegungsplan und Beschriftung

Der Belegungsplan ordnet jeder Position einen Stromkreis, eine Leitung, die Schutzorgane und den Versorgungsbereich zu. Steckdosen, Beleuchtung, fest angeschlossene Verbraucher und Reserve werden getrennt benannt. Eine Beschriftung „Wohnung“ oder „Küche“ reicht nicht, wenn mehrere Leitungen existieren. Hager Ready kann Dokumentation und Beschriftung unterstützen; die Eintragungen müssen mit der realen Anlage übereinstimmen.

Vorschriften und Unterverteilung: Checkliste

Vor der Übergabe werden Abdeckungen, Berührungsschutz, Leiterenden, Drehmomente, Beschriftung, Schutzleiter, Isolationsmessung, RCD-Auslösung und Abschaltbedingungen geprüft. DIN 18015 kann die Planung von Wohngebäuden beeinflussen; DIN-VDE-Regeln und die Netzbetreiberbedingungen bestimmen die Ausführung. Verteilerbauzubehör zeigt passende Gehäuse und Zubehör. Ein fertiger Kasten ohne Mess- und Prüfprotokoll ist kein fachgerecht abgenommenes System.

Ein Belegungsplan enthält außerdem die Herkunft der Einspeisung und die Zuordnung von Reserveplätzen. Bei einer späteren Erweiterung lässt sich dann nachvollziehen, ob ein freier Platz tatsächlich frei ist oder ob eine Klemme, ein Hilfskontakt oder eine zweite Einspeisung berücksichtigt werden muss. Geräte werden mit Artikelnummer und Datenblattstand erfasst, wenn mehrere Varianten ähnlich aussehen.

Beim Verdrahten werden Leitungen so geführt, dass Abdeckungen, Prüftasten und Klemmen erreichbar bleiben. Biegeradius, Zugentlastung und Wärmeabfuhr gehören zur Montage. Nach dem Anziehen werden keine Adern unter Spannung nachgearbeitet. Die abschließende Prüfung vergleicht den realen Aufbau mit Schaltplan und Stromkreisliste; Abweichungen werden vor Übergabe korrigiert.

Bei einer Erweiterung wird der vorhandene Bestand nicht nur optisch beurteilt. Die Fachkraft prüft Netzform, Schutzleiter, Vorsicherung und die Trennung der Neutralleiter. Ein neuer Automat auf einer freien Hutschiene kann unzulässig sein, wenn die Leitung oder Abschaltbedingung nicht passt. Deshalb enthält der Belegungsplan auch Querschnitt und Verlegeweg, soweit sie ermittelt werden konnten.

Der fertige Verteiler wird mit geschlossener Abdeckung und eindeutigem Stromkreisverzeichnis übergeben. Änderungen an einer Reihe werden im Plan nachgeführt, statt nur einen neuen Aufkleber anzubringen. Dadurch bleiben die Zuordnung von FI-Gruppe, Neutralleiterschiene und Schutzleiterklemme auch bei späterer Fehlersuche prüfbar.

Die Reserve wird dabei nicht mit unbestückten Klemmen verwechselt. Für eine spätere Erweiterung braucht es Platz, passende Abdeckungen und eine zulässige Einspeisung. Die Fachkraft vermerkt, welche Reserve tatsächlich nutzbar ist. Das verhindert, dass bei der nächsten Änderung ein vermeintlich freier Platz mit einer fremden FI-Gruppe oder einer unpassenden Phasenschiene verbunden wird.

Die Abdeckung wird nach der Prüfung wieder vollständig eingesetzt. Offene Geräteanschlüsse oder lose Reserveadern gehören nicht in den betriebsbereiten Verteiler.

Das gilt auch für nicht belegte Klemmen und unbeschriftete Adern.

Jede spätere Änderung wird im Plan nachgetragen.

Quellen

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