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Artikel: DIN 18015: Was eine Wohnung mindestens haben muss

Neubau-Rohbau, leere Unterputzdosen und Kabel in einer Betonwand, ein geöffneter Verteilerkasten im Flur, Bauplan auf einer Werkbank
Grundlagen

DIN 18015: Was eine Wohnung mindestens haben muss

DIN 18015 heißt Elektrische Anlagen in Wohngebäuden. Sie beantwortet zwei Fragen, die beim Planen immer wieder gestellt werden: wie viel muss ein Raum haben, und wo dürfen die Leitungen liegen.

Passende Produkte finden Sie unter Steckdosen & Schalter Aufputz: Serien IP20 bis IP65.

Vier Teile, vier Aufgaben

  • Teil 1 — Planungsgrundlagen. Stromkreise, Aufteilung und Spannungsfall. Die ABB-Planungshilfe, Rev. H (07/2026), erläutert das 3-%-Gesamtbudget hinter der Zähleranlage. Dieses Budget darf nicht pauschal jedem einzelnen Leitungsabschnitt zugeteilt werden.
  • Teil 2 — Art und Umfang der Mindestausstattung. Wie viele Steckdosen, Beleuchtungsanschlüsse und Kommunikationsanschlüsse ein Raum braucht, gestaffelt nach Raumart und Größe.
  • Teil 3 — Leitungsführung und Anordnung der Betriebsmittel. Die Installationszonen.
  • Teil 4 — Gebäudesystemtechnik. Planung und Installation der Gebäudesystemtechnik; aktuelle Ausgabe DIN 18015-4:2022-08.

Mindestausstattung ist ein Minimum, kein Ziel

Teil 2 nennt für jeden Raumtyp die untere Grenze — abhängig von der Raumfläche. Wohnräume brauchen mehr Steckdosen als Nebenräume, Küchen mehr als Schlafzimmer, und mit der Fläche steigt die Zahl.

Die Mindestausstattung beschreibt einen Grundumfang. Die passende Planung berücksichtigt darüber hinaus Nutzung, Gerätebedarf und Erweiterungsmöglichkeiten; die Zahl der Anschlüsse allein belegt keine vollständig normgerechte Anlage. Die aktuelle Ausgabe ist DIN 18015-2:2021-10.

Die Ausstattungswerte 1 bis 3

Die drei mit Sternen bezeichneten Ausstattungswerte stammen aus RAL-RG 678. ELEKTRO+ erläutert die Zuordnung: ein Stern orientiert sich an der Mindestausstattung nach DIN 18015-2, zwei und drei Sterne beschreiben darüber hinausgehende Ausstattung.

  • Ausstattungswert 1 — die Mindestausstattung aus Teil 2.
  • Ausstattungswert 2 — Standard. Mehr Anschlüsse, mehr Stromkreise.
  • Ausstattungswert 3 — Komfort. Zusätzliche Kreise, Kommunikationstechnik, Vorbereitung für Gebäudetechnik.

Für den Verteiler bedeutet jede Stufe mehr Platz. Wie viele Teilungseinheiten daraus werden, steht in Verteiler richtig dimensionieren: Teilungseinheiten berechnen; ausrechnen lässt es sich mit dem Verteiler-Rechner.

Installationszonen — wo Leitungen liegen dürfen

Teil 3 ist der praktisch folgenreichste Abschnitt. Er legt fest, in welchen Bahnen Leitungen in Wänden verlaufen. Der Sinn ist einfach: Wer später einen Nagel einschlägt, soll wissen, wo nicht.

Waagerechte Zonen, gemessen ab Oberkante Fertigfußboden:

  • 15 bis 45 cm — untere Zone
  • 100 bis 130 cm — mittlere Zone, hier sitzen die Schalter
  • 15 bis 45 cm unter der fertigen Decke — obere Zone

Senkrechte Zonen: 10 bis 30 cm neben Tür- und Fensteröffnungen sowie neben Raumecken.

In Küchen und Hauswirtschaftsräumen kommt eine zusätzliche waagerechte Zone zwischen 100 und 130 cm dazu — die Arbeitsplattenhöhe.

Bäder haben eigene Regeln. Dort greift zusätzlich DIN VDE 0100-701 mit den Schutzbereichen um Wanne und Dusche.

Was das beim Umbau heißt

Bestandsanlagen genießen Bestandsschutz — eine alte Installation muss nicht allein deshalb geändert werden, weil die Norm sich weiterentwickelt hat. Wird ein Bereich aber neu gemacht, gilt für diesen Teil der aktuelle Stand.

Wer eine Wand aufmacht, sollte deshalb nicht nur ersetzen, was da war. Der Moment, in dem der Putz ab ist, ist der einzige günstige Moment für zusätzliche Leitungen.

Steckdosen-Abstand und Höhe: Planung statt Pauschalzahl

DIN 18015 behandelt Planung und Mindestausstattung von Wohngebäuden; Installationszonen und Vorzugsmaße sind davon zu unterscheiden. Die frei zugängliche Merten-Darstellung zeigt Vorzugsmaße für unterschiedliche Wandsituationen. Sie ist eine Planungshilfe und darf nicht als vollständiger Normtext oder als universelle Pflicht-Höhe ausgegeben werden.

Für jeden Raum werden zuerst Nutzung, Möbel, Arbeitsflächen, Türen und Kommunikationsanschlüsse eingezeichnet. Danach legt die Elektrofachkraft die Stromkreise und die tatsächlichen Einbauorte fest. Bei Küchen und Arbeitsflächen gelten andere Planungsbedingungen als an einer freien Wand. Hohlwanddose setzen: Maße, Abstände, Installationszonen hilft beim Raster der Dosen.

Eine fixe „DIN-18015-Steckdosenhöhe“ gibt es in diesem Beitrag nicht: Die Merten-Darstellung zeigt Vorzugsmaße für bestimmte Wandsituationen, ersetzt aber nicht den vollständigen Normtext. Verbindliche Projektanforderungen, Barrierefreiheit und örtliche Vorgaben werden vor der Ausführung mit Planer oder Fachbetrieb abgestimmt. Für die Stromkreisplanung hilft Verteiler dimensionieren. Die Ausstattung im Bestand ist kein Beweis für eine Mindestausstattung.

Arbeiten an der Elektroinstallation

Das Errichten, Ändern und Instandsetzen elektrischer Anlagen ist nach DIN VDE 0105-100 einer Elektrofachkraft vorbehalten. Dieser Beitrag erklärt die Zusammenhänge und ersetzt keine Ausbildung. Vor jeder Arbeit gelten die fünf Sicherheitsregeln: freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken.

Kurz zusammengefasst

  • Teil 1 beschreibt Planungsgrundlagen, Teil 2 die Mindestausstattung, Teil 3 die Leitungsführung und Teil 4 die Gebäudesystemtechnik. Die Ausstattungssterne gehören zu RAL-RG 678.
  • Mindestausstattung ist die Untergrenze, nicht die Empfehlung.
  • Installationszonen: 15–45 cm, 100–130 cm, 15–45 cm unter der Decke; senkrecht 10–30 cm neben Öffnungen.
  • Küchen haben eine zusätzliche Zone auf Arbeitsplattenhöhe.
  • Beim Umbau gilt für den neuen Teil der aktuelle Stand.

Passende Produkte und weiteres Wissen

Asvendo Fachwissen · Stand 12.09.2026

DIN 18015-2 Mindestausstattung und RAL-RG 678

Quellenbasierte Referenz. Die Werte gelten unter den jeweils genannten Bedingungen; eine konkrete Anlage muss durch eine Elektrofachkraft ausgelegt und geprüft werden.

DIN 18015-2 beschreibt Mindestanforderungen. RAL-RG 678 ergänzt darüber definierte Standard- und Komfortstufen. Beide Aussagen sind nicht deckungsgleich.

DIN 18015-2

Die aktuelle Ausgabe ist DIN 18015-2:2021-10 (DIN Media). Die Einleitung der HEA-Broschüre nennt abweichend 2019. Die folgenden Raumwerte werden deshalb als Auszug aus der HEA-RAL-Planungshilfe von 2023 ausgewiesen, nicht als vollständige Wiedergabe des aktuellen Normtextes.

RAL-RG 678

Ergänzt definierte Standard- und Komfortstufen über das DIN-Minimum hinaus. Die Zuordnung erfolgt grundsätzlich für die gesamte Wohnung; jeder Raum muss mindestens die gewählte Stufe erfüllen.

Sterne und Plusstufen

Ausstattungsstufen
★ Stufe 1Mindestausstattung nach DIN 18015-2
★★ Stufe 2Standardausstattung
★★★ Stufe 3Komfortausstattung
DIN 18015-4 Plusstufen
+ 1plusVorbereitung für Gebäudesystemtechnik nach DIN 18015-4
++ 2plusMindestens ein Funktionsbereich nach DIN 18015-4 umgesetzt
+++ 3plusMindestens zwei Funktionsbereiche nach DIN 18015-4 umgesetzt

Zehn Raumfälle im Vergleich

Eigener begrenzter Vergleich von zehn ausdrücklich beschriebenen Raumfällen aus der HEA-RAL-Planungshilfe, Seiten 3–5. Allgemeine Steckdosen sind keine Gesamtzahl aller Anschlüsse im Raum. Die vollständige Ausstattung umfasst weitere Geräte-, Arbeitsflächen- und Sonderanschlüsse.

RAL-Stufe 1: Mindestausstattung nach DIN 18015-2
RaumfallSteckdosen allgemeinLichtanschlüsseIuK / RuKAllgemeine Stromkreise
Wohnen bis 20 m²411 / 1W
Küche321 / –W
Schlafen bis 16 m²611 / 1W
Kinderzimmer bis 16 m²611 / 1W
Bad22– / –W
Flur bis 4 m11– / –W
Hausarbeitsraum21– / –W
Keller zur Wohnung11– / –W
Garage zur Wohnung111* / –W
Balkon / Terrasse11– / –W
RAL-Stufe 2: Standardausstattung
RaumfallSteckdosen allgemeinLichtanschlüsseIuK / RuKAllgemeine Stromkreise
Wohnen bis 20 m²821 / 21
Küche331 / 11
Schlafen bis 16 m²821 / 11
Kinderzimmer bis 16 m²821 / 11
Bad43– / –1
Flur bis 4 m221 / ––
Hausarbeitsraum62– / –1
Keller zur Wohnung21– / –1
Garage zur Wohnung211* / –1
Balkon / Terrasse221 / 11
RAL-Stufe 3: Komfortausstattung
RaumfallSteckdosen allgemeinLichtanschlüsseIuK / RuKAllgemeine Stromkreise
Wohnen bis 20 m²1031 / 21
Küche531 / 11
Schlafen bis 16 m²1031 / 21
Kinderzimmer bis 16 m²1031 / 21
Bad531 / 11
Flur bis 4 m321 / –1
Hausarbeitsraum83– / –1
Keller zur Wohnung21– / –1
Garage zur Wohnung211* / –1
Balkon / Terrasse331 / 11

IuK: Telefon-/Datenanschluss; RuK: Radio-/TV-/Datenanschluss. „–“ bedeutet: in dieser Quellenzelle keine Zahl, nicht null Bedarf. * Der Datenanschluss in der Garage ist in der Quelle an eine dort installierte Ladeeinrichtung gebunden.

W: Die Ein-Stern-Stromkreise werden für die gesamte Wohnung bemessen: bis 50 m² drei, über 50 bis 75 m² vier, über 75 bis 100 m² fünf, über 100 bis 125 m² sechs, darüber sieben. Eigene Stromkreise für besondere Verbraucher kommen hinzu. Die Angaben der höheren RAL-Stufen sind raumbezogen.

Küche: Zusätzliche Steckdosen für die Arbeitsfläche, Kühlgeräte, Dunstabzug und besondere Verbraucher sind gesondert zu planen. Für Waschmaschine und Trockner zählt der Bedarf wohnungsweit, nicht nochmals an jedem möglichen Aufstellort. Größere Wohn-/Schlafräume, längere Flure und kombinierte Nutzungsbereiche erfordern die entsprechenden weiteren Quellenzeilen und Fußnoten.

Quellenabgleich: HEA-RAL-Planungshilfe, Seiten 3–5; aktueller Normstand: DIN Media, DIN 18015-2:2021-10. Die vollständige projektspezifische Ausstattung bleibt fachlich zu prüfen.

Einordnung

  • Die RAL-RG-678-Stufen dürfen nicht als Anforderungen der DIN 18015-2 dargestellt werden; für Stufe 1 gilt die von den Quellen beschriebene Einordnung.
  • ELEKTRO+ bezeichnet die Stufen als Planungshilfe; eine Sternstufe schafft keine allgemeine rechtliche oder normative Einbaufreigabe.

Asvendo: „DIN 18015-2 Mindestausstattung und RAL-RG 678“, Stand 12.09.2026, https://asvendo.de/blogs/ratgeber/din-18015-mindestausstattung

Quellen, Version und Stand

Paketversion 1.0.0; Stand 12.09.2026. Die Lizenz CC BY 4.0 gilt nur für die eigene Darstellung, nicht für verlinkte oder zitierte Fremd-PDFs.

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