
Steckdose anschließen: L, N, PE und was schiefgehen kann
An der Schuko-Steckdose sind drei Klemmen belegt: L für den Außenleiter, N für den Neutralleiter und die Schutzkontaktbügel für den grün-gelben Schutzleiter.
Arbeiten an der Elektroinstallation
Das Errichten, Ändern und Instandsetzen elektrischer Anlagen ist nach DIN VDE 0105-100 einer Elektrofachkraft vorbehalten. Dieser Beitrag erklärt die Zusammenhänge und ersetzt keine Ausbildung. Vor jeder Arbeit gelten die fünf Sicherheitsregeln: freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken.
Wie schließt man eine Steckdose richtig an?
Schutzleiter zuerst auf die Bügel, dann Außenleiter auf L und Neutralleiter auf N. Die beiden stromführenden Klemmen liegen sich gegenüber, der Schutzkontakt greift oben und unten in die Bügel.
Die Reihenfolge ist kein Ritual: der Schutzleiter wird als erster angeschlossen und als letzter gelöst, damit die Dose in keinem Zwischenzustand ohne Schutzleiter, aber mit Außenleiter dasteht. Alle Adern werden auf 8 bis 10 mm abgesetzt — hinter der Klemme darf kein blankes Kupfer stehen.
Kann man eine Steckdose selbst anschließen?
Nein. Das Errichten, Ändern und Instandsetzen elektrischer Anlagen ist nach DIN VDE 0105-100 einer Elektrofachkraft vorbehalten, und eine fest angeschlossene Steckdose ist Teil der festen Installation.
Das ist keine Formsache. Der Anschluss selbst ist in zehn Minuten gemacht — was eine Fachkraft zusätzlich tut, ist die Prüfung: Durchgang des Schutzleiters, Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz und die Wirksamkeit der Schutzmaßnahme nach DIN VDE 0100-410. Ohne diese Messungen weiß niemand, ob im Fehlerfall tatsächlich abgeschaltet wird. Und im Schadensfall ist die Frage nach der Fachkraft die erste, die die Versicherung stellt.
Welches Kabel kommt wo in den Stecker?
Braun oder schwarz auf L, blau auf N, grün-gelb auf den Schutzkontakt. Am Stecker kommt dazu, dass der Schutzleiter rund zehn Millimeter länger bleibt als die beiden anderen Adern.
Steckdose und Stecker werden oft in einem Atemzug genannt, sind aber zwei Arbeiten. Für den Stecker gilt zusätzlich die Zugentlastung auf dem Außenmantel und die Mehrlänge des Schutzleiters, damit er bei einem Zug an der Leitung als letzter trennt — das steht in der Anleitung Schuko-Stecker anschließen. Die Bauart beider regelt DIN VDE 0620-1.
Was passiert, wenn man die Steckdose falsch anschließt?
Werden Schutzleiter und Neutralleiter vertauscht, läuft jedes angeschlossene Gerät ganz normal — und sein Gehäuse führt Spannung. Genau das macht diesen Fehler gefährlich: es fällt im Betrieb nicht auf.
Der Betriebsstrom fließt dann über den Schutzleiter zurück. Ein Fehlerstromschutzschalter löst dabei nicht zwangsläufig aus, weil die Summe der Ströme stimmen kann. Bemerkt wird es erst, wenn jemand gleichzeitig das Gehäuse und ein geerdetes Teil berührt.
Vertauschte L und N sind dagegen an einer Schuko-Steckdose zulässig: der Stecker lässt sich um 180 Grad gedreht einstecken, eine Polrichtung gibt es nicht. Deshalb schaltet ein Schalter immer den Außenleiter — siehe Lichtschalter anschließen.
Ein Steckdosenprüfer für wenige Euro zeigt vertauschte oder fehlende Adern in einer Sekunde. Er ersetzt keine Messung nach DIN VDE 0100-600, findet aber genau den Fehler, um den es hier geht.
Passendes Material
Steckdosen stehen unter Schalter und Steckdosen, für Feuchtraum und Außenbereich unter Aufputz-Steckdosen. Welchen Querschnitt der Stromkreis braucht, rechnet der Kabelquerschnitt-Rechner aus.
Schritt für Schritt
Werkzeug: Zweipoliger Spannungsprüfer, Abisolierzange, Schraubendreher
Material: Schuko-Steckdose
- Freischalten. Sicherung ausschalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit zweipolig an allen Adern feststellen.
- Alte Steckdose abnehmen. Rahmen abziehen, Einsatz lösen, vorhandene Belegung fotografieren.
- Adern absetzen. Je 8 bis 10 mm abisolieren, ohne eine Litze abzuschneiden.
- Schutzleiter zuerst. Grün-gelb auf die Schutzkontaktbügel. Diese Klemme wird als erste belegt und als letzte gelöst.
- L und N klemmen. Außenleiter auf L, Neutralleiter auf N. Beide Klemmen liegen sich gegenüber.
- Zugprobe. An jeder Ader einzeln ziehen. Was sich löst, war nicht geklemmt.
- Einbauen. Einsatz in die Dose, waagerecht ausrichten, festschrauben, Rahmen aufsetzen.
- Prüfen. Einschalten, Spannung und Drehrichtung des Schutzleiters mit einem Steckdosenprüfer kontrollieren.
