Artikel: Zählerschrank oder Verteiler: was ist was

Zählerschrank oder Verteiler: was ist was
Vier Kästen in einer Reihe, und drei davon heißen im Alltag „Sicherungskasten". Die Unterscheidung ist keine Wortklauberei — sie sagt, wer plant, wer baut und wer plombiert.
Der Hausanschlusskasten
Der erste Kasten in der Kette und die Grenze zwischen Netz und Gebäude. Darin sitzen die NH-Sicherungen des Netzbetreibers. Er ist plombiert, und daran arbeitet ausschließlich der Netzbetreiber oder ein von ihm eingetragener Installateur. Zur Sicherung selbst gibt es einen eigenen Ratgeber: NH-Sicherung.
Der Zählerschrank
Auch Zählerplatz genannt. Er nimmt den Zähler auf, den Selektiven Hauptleitungsschutzschalter (SH-Schalter) und den Platz für die Messeinrichtung. Aufbau und Maße richten sich nach der Technischen Anschlussbedingung (TAB) des jeweiligen Netzbetreibers — die ist regional unterschiedlich und maßgeblich. Der Zählerschrank ist teilweise plombiert.
Der obere Teil, das Zählerfeld, gehört dem Netzbetreiber. Der Bereich darunter, der Anschlussraum oder oft eine daneben liegende Verteilung, ist Ihrer.
Die Hauptverteilung
Sie verteilt auf die einzelnen Stränge des Gebäudes und nimmt in aller Regel den Überspannungsableiter Typ 1 auf. In Einfamilienhäusern fällt sie oft mit dem Anschlussraum des Zählerschranks zusammen. Was dort hingehört, steht im Ratgeber Überspannungsschutz Typ 1, 2 und 3.
Die Unterverteilung
Der Kasten, um den es meistens geht: Kleinverteiler mit Fehlerstrom- und Leitungsschutzschaltern für die Endstromkreise einer Wohnung, einer Etage oder einer Werkstatt. Hier ist nichts plombiert, hier planen und bauen Sie — beziehungsweise Ihre Elektrofachkraft.
Die Abgrenzung in einem Satz
Alles vor dem Zähler gehört dem Netz. Alles hinter dem Zähler gehört der Anlage. Der Zählerschrank steht auf der Grenze und ist deshalb der einzige Kasten, bei dem beide Seiten mitreden.
Was das für die Planung heißt
Wer eine Wallbox, eine Photovoltaikanlage oder eine Wärmepumpe nachrüstet, stößt regelmäßig an genau diese Grenze: Der Platz im Zählerschrank reicht nicht, oder die TAB verlangt ein anderes Format. Das ist keine Frage des Einkaufs, sondern ein Antrag beim Netzbetreiber.
Die Unterverteilung dagegen lässt sich frei planen. Wie viele Teilungseinheiten dafür nötig sind — inklusive der Reserve, die man beim ersten Mal immer zu klein ansetzt —, rechnet der Verteiler-Rechner aus. Die Langfassung dazu steht im Ratgeber Verteilerkasten dimensionieren.
Was asvendo führt
Unterverteilungen und alles, was hineinkommt. Zählerschränke nach TAB gehören nicht zum Sortiment — die werden über den eingetragenen Installateur beschafft, weil die Ausführung vom Netzbetreiber abhängt.
Arbeiten an der Elektroinstallation
Das Errichten, Ändern und Instandsetzen elektrischer Anlagen ist nach DIN VDE 0105-100 einer Elektrofachkraft vorbehalten. Dieser Beitrag erklärt die Zusammenhänge und ersetzt keine Ausbildung. Vor jeder Arbeit gelten die fünf Sicherheitsregeln: freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken.
Passendes Material
Kleinverteiler für Aufputz und Unterputz finden Sie beim Sicherungskasten, Schutzgeräte bei den FI-Schaltern und den Leitungsschutzschaltern.
