
Schuko-Stecker anschließen: Aderlängen und Zugentlastung
Am Schuko-Stecker gibt es drei Klemmen und eine Zugentlastung. Der einzige Punkt, der regelmäßig falsch gemacht wird, ist die Länge des Schutzleiters — er bleibt länger als die anderen beiden Adern.
Arbeiten an der Elektroinstallation
Das Errichten, Ändern und Instandsetzen elektrischer Anlagen ist nach DIN VDE 0105-100 einer Elektrofachkraft vorbehalten. Dieser Beitrag erklärt die Zusammenhänge und ersetzt keine Ausbildung. Vor jeder Arbeit gelten die fünf Sicherheitsregeln: freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken.
Warum der Schutzleiter länger ist
Reißt eine Leitung aus der Zugentlastung — beim Stolpern, beim Verrücken einer Maschine —, trennen sich die Adern nacheinander. Ist der Schutzleiter der längste, trennt er als letzter. Bis dahin bleibt das Gehäuse des Geräts geerdet. Ist er der kürzeste, ist das Gerät ohne Schutzleiter, aber noch unter Spannung: genau der Zustand, den man nie haben will.
Die Zugentlastung greift am Mantel
Sie klemmt den Außenmantel, nicht die einzelnen Adern. Wer den Mantel zu weit absetzt und die Zugentlastung auf die blanken Adern schraubt, quetscht die Isolierung und hat innerhalb weniger Jahre einen Schluss. Die Faustregel: der Mantel reicht sichtbar in den Stecker hinein.
Feindrähtige Leitung braucht Aderendhülsen — meistens
Bei Schraubklemmen mit Druckplatte darf feindrähtige Leitung direkt geklemmt werden. Nur wenn die Schraube unmittelbar auf die Litzen drückt, gehören Aderendhülsen dazu, sonst spreizen die Einzeldrähte weg. Verzinnen ist in beiden Fällen unzulässig: Lötzinn fließt unter Druck, die Klemmstelle lockert sich mit der Zeit.
Schuko ist nicht polrichtig
Ein Schuko-Stecker lässt sich um 180 Grad gedreht einstecken. L und N sind also nicht festgelegt — man kann sie an einem Stecker nicht verwechseln. An einer Steckdose und an einem Schalter dagegen sehr wohl, und dort ist es ein Fehler: siehe Aufputz-Schalter montieren. Die Bauart nach DIN VDE 0620-1 nimmt bewusst in Kauf, dass beide Lagen zulässig sind — deshalb schaltet ein Schalter immer den Außenleiter, nie den Neutralleiter.
Passendes Material
Stecker und Kupplungen stehen unter Stecker.
Schritt für Schritt
Werkzeug: Abisolierzange, Seitenschneider, Schraubendreher
Material: Schuko-Stecker, Anschlussleitung
- Vom Netz trennen. Die Leitung ist ausgesteckt und bleibt es. Wer einen Stecker öffnet, waehrend das andere Ende in der Dose steckt, arbeitet an unter Spannung stehenden Teilen.
- Stecker öffnen. Gehäuseschraube lösen, Oberteil abnehmen, Lage der Klemmen und der Zugentlastung ansehen.
- Mantel absetzen. Etwa 40 mm Außenmantel entfernen, ohne die Aderisolierung einzuschneiden.
- Adern ablängen. L und N auf gleiche Länge, PE rund 10 mm länger stehen lassen.
- Abisolieren. Je 6 bis 8 mm Aderisolierung entfernen. Keine einzelne Litze darf abgeschnitten sein.
- Klemmen. Braun oder schwarz auf L, blau auf N, grün-gelb auf die Schutzkontaktklemme.
- Zugentlastung. Auf den Außenmantel klemmen, nicht auf die Adern. Prüfen durch kräftigen Zug an der Leitung.
- Schließen und prüfen. Gehäuse zusammensetzen, Schraube fest anziehen, keine Ader darf eingeklemmt sein.

