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Artikel: Patchpanel und Patchfeld: was dahinter steckt

Kleiner Wandschrank mit offener Tür, oben ein Patchfeld, darunter ein Switch, verbunden mit blauen, roten, grünen und gelben Rangierkabeln
Grundlagen

Patchpanel und Patchfeld: was dahinter steckt

Patchpanel und Patchfeld sind dasselbe Bauteil unter zwei Namen. Es sitzt zwischen der fest verlegten Verkabelung und allem, was sich bewegt — und genau diese Trennung ist sein Zweck.

Wo fest in beweglich uebergeht Netzwerkdose im Raum Patchfeld Schneidklemme Switch im Schrank fest verlegt massive Adern Patchkabel Litze, steckbar hier endet alles, was nie wieder bewegt wird
Ein Verlegekabel direkt auf einen Stecker zu quetschen ueberspringt genau diese Grenze — der massive Draht bricht dort, wo staendig gezogen wird.

Fest und beweglich

Ein Verlegekabel hat massive Einzeladern. Das ist gut für die Dämpfung und schlecht für jede Bewegung: Ein massiver Draht bricht, wenn man ihn oft genug biegt. Deshalb wird er einmalig auf eine Schneidklemme aufgelegt und nie wieder angefasst.

Ein Patchkabel hat feindrähtige Litzen und einen aufgepressten Stecker. Es darf gesteckt, gezogen und verlegt werden.

Das Patchfeld ist die Stelle, an der das eine ins andere übergeht. Wer ein Verlegekabel direkt mit einem RJ45-Stecker versieht und in den Switch steckt, spart ein Bauteil und handelt sich zwei Probleme ein: Der massive Leiter bricht an der Zugentlastung, und die Verbindung ist bei jeder Änderung neu zu konfektionieren.

Die Cat-Klassen — und ein weit verbreiteter Irrtum

Die Kategorie beschreibt nicht das Kabel allein, sondern die Strecke: Kabel, Dose, Patchfeld und Patchkabel zusammen. Die schwächste Komponente bestimmt die Klasse.

Daraus folgt der Punkt, der am häufigsten falsch verkauft wird: Ein RJ45-Steckgesicht ist nach Cat 6A genormt, nicht nach Cat 7. Cat-7-Verlegekabel existiert und ist gut, aber sobald es auf RJ45 endet, ist die Strecke ein Cat-6A-System. Wer „Cat 7 Dose" liest, sieht in aller Regel eine Cat-6A-Dose an einem Cat-7-Kabel. Das ist keine Täuschung und für 10-Gigabit-Ethernet völlig ausreichend — man sollte nur wissen, was man hat.

Schneidklemme oder Keystone

  • Fest bestückt — die Ports sind fest im Panel, die Adern werden hinten auf Schneidklemmen aufgelegt. Günstig, schnell, aber alles hat dieselbe Kategorie.
  • Keystone — das Panel ist nur ein Rahmen, jeder Port ist ein einzelnes Modul. Teurer, dafür mischbar: RJ45 neben Glasfaser, neben Koax, neben HDMI, und einzeln tauschbar, wenn eine Buchse defekt ist.

19 Zoll oder 10 Zoll

Der 19-Zoll-Rahmen ist der Rechenzentrumsstandard; ein Patchfeld mit 24 Ports belegt eine Höheneinheit. Für das Einfamilienhaus ist das meist zu groß. Der 10-Zoll-Schrank nimmt Panels mit acht bis zwölf Ports auf und passt in einen Hauswirtschaftsraum oder in einen Multimediakasten. Beide Maße sind nicht kompatibel.

Den Schirm auflegen

Bei geschirmtem Kabel ist die Schirmauflage kein Detail, sondern die halbe Wirkung. Der Schirm wird am Patchfeld rundum aufgelegt und das Panel mit dem Potentialausgleich verbunden — sonst wirkt der Schirm als Antenne statt als Abschirmung. Zum Potentialausgleich selbst gibt es einen eigenen Ratgeber: Potentialausgleich und Erdung.

Einseitig oder beidseitig auflegen ist eine alte Streitfrage. In der strukturierten Verkabelung nach EN 50173 gilt beidseitig, weil ein durchgehender Potentialausgleich vorausgesetzt wird.

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