IP-Schutzart finden: welche Steckdose darf wohin?
Bad, Außenbereich, Keller oder Werkstatt — jeder Einbauort verlangt eine Mindestschutzart. Wählen Sie den Ort, der Rest ergibt sich.
Orientierung, keine Planung. Die Ergebnisse ersetzen weder die Bemessung noch die Prüfung durch eine Elektrofachkraft. Sonderfälle wie Parallelverlegung, thermisch kritische Häufung, Erdverlegung, Kurzschlussschutz und Abschaltbedingung sind hier nicht abgebildet.
Wie die IP-Kennzahl gelesen wird
Die erste Ziffer steht für den Schutz gegen feste Fremdkörper und Berührung, die zweite für den Schutz gegen Wasser. IP 44 heißt also: geschützt gegen Fremdkörper ab 1 mm Durchmesser und gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. IP 65 heißt staubdicht und strahlwassergeschützt. Steht an einer Stelle ein X, ist diese Eigenschaft nicht geprüft — IP X4 sagt also nur etwas über den Wasserschutz aus.
Die Schutzbereiche im Bad
DIN VDE 0100-701 teilt Räume mit Badewanne oder Dusche in drei Bereiche ein. Einen früher üblichen Bereich 3 gibt es seit der Ausgabe 2003 nicht mehr — wer noch damit plant, arbeitet nach veralteter Norm.
- Bereich 0 ist das Innere von Wanne oder Duschbecken. Dort sind nur eigens dafür vorgesehene Betriebsmittel mit Schutzkleinspannung bis 12 V Wechselspannung zulässig, IP X7.
- Bereich 1 reicht über der Wanne beziehungsweise in der Dusche bis 2,25 m Höhe. Steckdosen sind dort unzulässig. Fest angeschlossene Geräte wie Durchlauferhitzer oder Leuchten sind zulässig, wenn Schutzart und Fehlerstromschutz stimmen. Für Kleinspannung gilt hier die Grenze von 25 V Wechselspannung, nicht 12 V.
- Bereich 2 schließt horizontal 60 cm an Bereich 1 an. Mindestens IP X4, bei Reinigung mit Wasserstrahl IP X5. Auch hier sind normale Steckdosen unzulässig; erlaubt sind Schutzkleinspannung und Rasiersteckdosen mit Trenntrafo.
Nach deutscher Festlegung müssen außerdem alle Stromkreise, die das Bad versorgen, über einen Fehlerstromschutzschalter mit 30 mA laufen.
Der häufigste Fehler außen
Eine überdachte Terrasse ist nicht dasselbe wie eine freie Fassade. Unter dem Dach genügt in der Regel IP 44. Frei bewittert kommt Schlagregen von der Seite und Wasser von unten dazu — dort gehört mindestens IP 55 hin, bei Reinigung mit dem Schlauch IP 65. Eine IP-44-Steckdose an der Gartenmauer ist ein klassischer Folgeschaden.
Schutzart ist nicht Schutzklasse
Die IP-Schutzart beschreibt, was von außen nicht hineinkommt. Die Schutzklasse (I, II, III) beschreibt, wie der Schutz gegen elektrischen Schlag aufgebaut ist — über Schutzleiter, über doppelte Isolierung oder über Kleinspannung. Beides steht nebeneinander und ersetzt einander nicht.
Passend nach Schutzart
Was hier berechnet wird, liegt in diesen Kategorien.
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